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Musikstudio Berger
Musikpädagoge Gitarrist Berater
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VI.
AUFBAU DES WERKES Um bei diesem Stand der Dinge Abhilfe zu bringen, entschließe
ich mich, mit dem vorliegenden Werk nicht nur die Grundsätze der wirklichen
Lehre TARREGAS bekannt zu machen, sondern auch die Ableitungen daraus, die
durch die fortwährende Entwicklung der Technik entstanden sind. Durch den verehrten
und berühmten Meister wurde ich ausgebildet; er lenkte meine Schritte von
Anfang dieses Jahrhunderts an bis zu seinen letzten Lebensjahren. Ich habe
darauf, seiner Methode folgend, lange Jahre weitergearbeitet und eigene
Erfahrungen erworben. Außerdem habe ich die fremde Erfahrung, wie sie sich in Büchern
und Traktaten herausschälte, die in meine Hände gelangten, nicht verschmäht. Der Plan, den zu entwickeln wir
uns vorgenommen haben, ist der,
den wir vor einigen Jahren in unserer Arbeit entworfen haben, die in der „Encyclopedie
de la Musique et Dictionnaire du Conservatoire" in Paris veröffentlicht
wurde. Darin empfehlen wir demjenigen, der die Gitarre von Grund
auf erlernen möchte, seine Arbeit in zwei unabhängige und gleichzeitige
Abschnitte zu unterteilen. Der erste liegt neben der Ausbildung auf dem
Instrument. Er umfasst Solfeggieren, Harmonielehre, Analyse und Formen der
Komposition, Eigenart der Werke, Musikgeschichte und Lebensgeschichte der großen
Meister. Dazu kommt der Besuch von Orchester- und Chorkonzerten, Konzerten hervorragender Solisten und jeder
Art Veranstaltungen, die zur Hebung und Bereicherung der
allgemeinen Kenntnisse des Lernenden beitragen können. Der zweite Abschnitt - Hauptzweck unseres Werkes - umfasst
alles, was sich auf die Gitarre bezieht. Er entwickelt auf vernünftige und
ordnungsmäßig fortschreitende Weise die Fähigkeiten der Finger und die
Kenntnis der Technik des Instruments. Dies geschieht mit Hilfe von
vorbereitenden Übungen: Tonleitern, Akkorden, Akkordzerlegungen, Tremolos,
Bindungen, Trillern und anderen instrumentalen Verfahren. Sie stellen die
elementare Grundlage für eine zu vollkommener Ausführung erforderliche
Leichtigkeit dar. Bei aufmerksamem und methodischem Üben werden in jeder Übung
nicht nur die Schwierigkeiten der Übung selbst gelöst, sondern auch die
Anfangsgründe zahlreicher daraus abgeleiteter Schwierigkeiten. In dem Maße, in dem die allgemeinen Fähigkeiten die
erforderlichen Mittel bieten, sollen sie mit Hilfe von „Etüden" und
„Stücken" in fortschreitender Schwierigkeit einer erzieherischen
Musikalität untergeordnet werden. Ist der Schüler mit der technischen
Analyse der Werke vertraut gemacht worden, wird er selber die angemessenen
Verfahren zur Überwindung eventuell auftretender Schwierigkeiten finden. Hat man sich erst einmal die wirkliche Technik angeeignet,
das heißt die, in der die geistigen Fähigkeiten im gleichen Grad beherrscht
werden wie die Fähigkeiten der Finger, vollendet man das künstlerische
Bewusstsein. Dazu studiert man Charakter und Stil aller Epochen, Gattungen und
Autoren, angefangen von den Vihuelakomponisten und Gitarristen des XVI.
Jahrhunderts bis zu den modernsten Komponisten. Um die Ausbildung des Gitarristen zu vervollständigen,
werden wir gesondert die Transkription und die Komposition für das Instrument
abhandeln, außerdem das Konzert, den Unterricht, die Geschichte und Entwicklung
seiner Technik und Ästhetik und das Wichtigste seiner Bibliographie. In der Verwirklichung dieses Plans, zu dessen Erweiterung
mich die Anforderungen der heutigen Technik genötigt haben, wurzelt der wahre
Sinn der Methode TARREGAS. Die Übungen, die nicht von seiner eigenen Hand
entworfen wurden, werden durch seine wertvollen Ratschläge angeregt sein. Sie
sind der kürzeste Weg zum Gipfel: Wer den festen Willen in sich trägt, wird
sich kaum Rechenschaft darüber geben, was es kostet anzukommen. |